… oder wie Frauen unterdrückt werden, oft ohne es zu merken.
Das Patriarchat ist kein einzelner Mann, keine explizite Gewalt, kein direkter Befehl – es ist ein System. Ein unsichtbares Netz aus Erwartungen, Strukturen, Sprache und Manipulationen, das Frauen seit Jahrhunderten gefangen hält. Hier sind 100 Punkte, die zeigen, wie dieses Netz gewoben ist und warum es höchste Zeit ist, es zu zerreißen.
1–10: Gesellschaftliche Erwartungen an Frauen
1 – Die Höflichkeitsfalle – Frauen sollen freundlich, verständnisvoll und entgegenkommend sein – selbst wenn sie schlecht behandelt werden.
2 – „Lächle doch mal“ – Männer verlangen von Frauen, dass sie angenehm und „hübsch“ für sie wirken.
3 – Frauen sollen immer selbstlos sein – Mütter, Töchter, Partnerinnen – alle werden in Rollen gedrängt, in denen sie sich für andere aufopfern sollen.
4 – Emotionen als Waffe gegen uns – Männer dürfen wütend sein, Frauen nicht. Sie werden dann als hysterisch oder übertrieben emotional abgetan.
5 – Die Unsichtbarkeit von Frauen in Führungsrollen – Sie sind unterrepräsentiert und müssen sich doppelt beweisen.
6 – Mädchen sollen brav sein, Jungen dürfen wild sein – Die Erziehung unterscheidet sich von Geburt an.
7 – Das Narrativ der „guten Ehefrau“ – Frauen wird suggeriert, dass sie ihre Ehe retten müssen, selbst wenn der Mann respektlos oder gewalttätig ist.
8 – Frauen wird beigebracht, ihre eigenen Bedürfnisse zurückzustellen – Männer lernen, für sich einzustehen.
9 – Frauen müssen sich „verkaufen“ können – Sie sollen immer sympathisch wirken, Männer können einfach kompetent sein.
10 – Die Angst, als „Zicke“ zu gelten – Eine Frau, die für sich einsteht, wird als schwierig abgestempelt.
11–20: Körper, Schönheit und Kontrolle über Weiblichkeit
11 – Das Schönheitsdiktat – Frauen werden bewertet, Männer nicht.
12 – Graue Haare? Nein, danke! – Männer mit grauen Haaren sind „weise“, Frauen „ungepflegt“.
13 – Körperbehaarung ist tabu – Männer dürfen Haare haben, Frauen sollen sich enthaaren.
14 – Diäten als Lebensziel – Frauen wird ständig suggeriert, dass sie dünner sein müssten.
15 – Die „perfekte“ Frau ist unerreichbar – Jung, faltenfrei, kurvig, aber schlank, stark, aber nicht zu stark.
16 – Männer altern – Frauen „verfallen“ – In Medien und Werbung gibt es kaum Frauen über 50.
17 – Das toxische Fitness-Ideal – Frauen sollen sich optimieren, aber nicht zu muskulös werden.
18 – Sexualisierung in der Werbung – Frauenkörper werden als Verkaufsstrategie genutzt.
19 – Unrealistische Schönheitsstandards – Photoshop, Filter und OPs verzerren die Wahrnehmung.
20 – Brüste sind ein Tabu – aber nur bei Frauen – Männer dürfen oben ohne sein, Frauen nicht.
21–30: Wirtschaftliche Abhängigkeit und finanzielle Ungleichheit
21 – Der Gender Pay Gap – Frauen verdienen weltweit weniger als Männer.
22 – Unbezahlte Care-Arbeit – Haushalt, Kinder, Pflege – meist von Frauen übernommen.
23 – Die Rentenlücke – Frauen haben im Alter weniger Geld, weil sie in schlechter bezahlten Jobs arbeiten oder mehr unbezahlte Arbeit leisten.
24 – Frauen zahlen mehr für dieselben Produkte – „Pink Tax“ auf Rasierer, Kleidung, Parfums.
25 – Männer investieren mehr – Frauen wird beigebracht, zu sparen – Finanzwissen wird Frauen vorenthalten.
26 – Alleinerziehende Mütter sind am stärksten von Armut betroffen – Das System hilft ihnen nicht.
27 – Gründerinnen erhalten weniger Risikokapital – Männer bekommen schneller Investitionen für ihre Unternehmen.
28 – Verhandlungen sind schwieriger – Frauen, die mehr Gehalt fordern, werden als „gierig“ abgestempelt.
29 – Steuerliche Benachteiligung in Ehen – Ehegattensplitting hält Frauen in Abhängigkeit.
30 – Finanzielle Bildung für Frauen ist unterentwickelt – Männer lernen früh, Geld zu machen, Frauen nicht.
31–40: Sexualität, Lust und Reproduktion
31 – Frauen sollen Jungfrauen sein, aber sexy auftreten – Ein unmögliches Paradoxon.
32 – Weiblicher Orgasmus? Unwichtig. – Viele Männer ignorieren ihn, weil sie ihn nicht verstehen.
33 – Slut-Shaming – Männer mit vielen Partnerinnen sind „erfahren“, Frauen „billig“.
34 – Sexuelle Belästigung wird heruntergespielt – „War doch nur ein Kompliment.“
35 – Verhütung ist Frauensache – Die Pille hat massive Nebenwirkungen, aber Männer müssen kaum Verantwortung tragen.
36 – Weibliche Lust ist ein Tabuthema – In Schulen und Medien wird sie kaum besprochen.
37 – Männer können sich unfruchtbar machen lassen – Frauen müssen kämpfen – Sterilisation wird Frauen oft verweigert.
38 – Schwangerschaftsabbrüche sind immer noch ein Tabuthema – Männer entscheiden über Gesetze für weibliche Körper.
39 – Mutterschaft wird glorifiziert, aber kaum unterstützt – Kaum Betreuungsangebote, schlechte Bezahlung.
40 – Frauen sollen sich schämen, wenn sie keine Kinder wollen – Als wäre ihr Körper eine Maschine zur Reproduktion.
41–50: Psychologische Manipulation und Sprache
41 – Männer sind „Führer“, Frauen „Bossy“ – Dieselben Eigenschaften werden unterschiedlich bewertet.
42 – Frauen entschuldigen sich häufiger – Weil sie gelernt haben, sich klein zu machen.
43 – „Mädchen sind kompliziert“ – Ein Mythos, der Männer von Verantwortung entbindet.
44 – Gaslighting gegen Frauen – Sie werden oft als „zu sensibel“ abgestempelt.
45 – Das Wort „Hysterisch“ kommt von „Gebärmutter“ – Frauen wurden historisch als unzurechnungsfähig dargestellt.
46 – „Karrierefrau“ – aber kein „Karrieremann“ – Sprache macht Unterschiede sichtbar.
47 – Frauen werden öfter unterbrochen – In Meetings, Gesprächen, Diskussionen.
48 – Es gibt „Zickenkrieg“, aber keinen „Hahnenkampf“ – Frauen sollen sich als Konkurrenz sehen.
49 – „Das ist doch kein Sexismus!“ – Wenn Frauen ihre Erfahrungen schildern, wird ihnen nicht geglaubt.
50 – Frauen werden oft nicht ernst genommen – Ob im Job, in der Medizin oder im Alltag.
51–60: Geschichtliche Verzerrungen und das Vergessen weiblicher Macht
51 – Frauen wurden aus der Geschichtsschreibung gelöscht – Viele geniale Wissenschaftlerinnen, Herrscherinnen und Kämpferinnen wurden absichtlich ignoriert oder ihre Leistungen Männern zugeschrieben.
52 – Hexenverfolgungen waren ein gezielter Angriff auf weibliches Wissen – Heilerinnen, Hebammen und Weise wurden systematisch vernichtet, um männliche Macht zu stärken.
53 – Religionen entmachten Frauen – Die meisten monotheistischen Religionen haben Frauen unterdrückt und aus spirituellen Führungsrollen entfernt.
54 – Göttinnen wurden zu Ehefrauen von Göttern degradiert – In alten Kulturen waren Göttinnen mächtig, im Patriarchat wurden sie zu Beiwerk.
55 – Frauen durften nicht schreiben oder lesen lernen – Wissen wurde als Gefahr für das Patriarchat gesehen.
56 – Männer schreiben Geschichte – und sie entscheiden, was wichtig ist – Frauen werden oft nur als „Mütter, Geliebte oder Musen“ erwähnt, nicht als Handelnde.
57 – Frauen wurden aus Naturwissenschaften gedrängt – Noch heute sind die meisten Wissenschaftsfelder männlich dominiert.
58 – Matriarchale Gesellschaften wurden bewusst verschwiegen – Es gibt historische Beweise für matriarchale Kulturen, doch sie werden selten gelehrt.
59 – Mythen über „schwache Frauen“ in der Vergangenheit – Viele Frauen waren Kriegerinnen, Anführerinnen und Politikerinnen – doch wir hören kaum von ihnen.
60 – Hexenverbrennungen prägten unser Unterbewusstsein – Noch heute fürchten viele Frauen, „zu laut“, „zu rebellisch“ oder „zu mächtig“ zu sein.
61–70: Spirituelle Unterdrückung – Die Angst vor weisen Frauen
61 – Weibliche Intuition wird als irrational abgetan – Frauen spüren oft Dinge, bevor sie passieren, doch das wird nicht ernst genommen.
62 – Der weibliche Zyklus wurde dämonisiert – In alten Kulturen heilig, heute „schmutzig“ oder „peinlich“.
63 – Frauen wurden von spirituellen Führungsrollen ausgeschlossen – Männer dominieren Religionen, während Frauen nur „beten“ dürfen.
64 – Astrologie, Tarot und spirituelle Praktiken wurden als „weiblicher Aberglaube“ abgetan – Dabei sind sie uraltes Wissen.
65 – Die Medizin hat den weiblichen Körper lange nicht erforscht – Weil Männer ihn als unwichtig ansahen.
66 – Weibliche Sexualität wurde von der Kirche als „Sünde“ bezeichnet – Weil sie Angst vor der Macht der Lust hatten.
67 – Frauen mit Heilwissen wurden verfolgt – Männliche Ärzte übernahmen ihre Rollen.
68 – Die Weisheit der Großmütter wurde unterdrückt – Ältere Frauen galten als Bedrohung, also machte man sie unsichtbar.
69 – Weibliche Rituale wurden entheiligt – Von Menstruationsritualen bis zur Geburt – alles wurde entmachtet.
70 – Weise Frauen wurden zur Bedrohung erklärt – Weil eine Frau, die sich selbst vertraut, nicht manipulierbar ist.
71–80: Gesundheit und medizinische Ignoranz
71 – Weibliche Schmerzen werden oft nicht ernst genommen – Frauen müssen länger auf Diagnosen warten als Männer.
72 – Herzinfarktsymptome sind bei Frauen anders – aber kaum bekannt – Weil die Forschung auf Männer ausgerichtet ist.
73 – Frauen werden häufiger als „psychisch labil“ abgestempelt – Anstatt körperliche Ursachen zu suchen.
74 – Weibliche Lust wurde jahrhundertelang ignoriert – Noch immer ist die Forschung zum weiblichen Orgasmus unterentwickelt.
75 – Die Pille hat massive Nebenwirkungen – doch Männer müssen keine hormonellen Mittel nehmen – Weil man Männer nicht „belasten“ will.
76 – Weibliche Sexualhormone sind schlechter erforscht – Der männliche Körper gilt als „Standard“.
77 – Frauenmedizin wird oft unterfinanziert – Weil sie nicht als wirtschaftlich lukrativ gilt.
78 – Endometriose ist eine Volkskrankheit – aber kaum erforscht – Millionen Frauen leiden, doch es interessiert kaum jemanden.
79 – Wechseljahre werden tabuisiert – Als wären Frauen ab 50 nicht mehr wichtig.
80 – Psychische Krankheiten bei Frauen werden oft bagatellisiert – „Hast du deine Tage?“ statt einer ernsthaften Diagnose.
81–90: Sicherheit und Gewalt gegen Frauen
81 – Frauen fürchten sich nachts – Männer nicht – Sicherheit ist ein männliches Privileg.
82 – Frauen müssen lernen, sich zu schützen – Männer nicht, sich zu benehmen – Statt Täter zu erziehen, wird den Opfern die Schuld gegeben.
83 – Vergewaltigungsmythen sind weit verbreitet – „Sie hat es provoziert.“ „Sie wollte es ja auch.“
84 – Nur ein Bruchteil der Täter wird verurteilt – Weil das System auf ihrer Seite steht.
85 – Frauen, die sich wehren, werden bestraft – Frauen sitzen in Haft¹, weil sie sich gegen ihre Angreifer verteidigt haben.
86 – Stalking wird oft nicht ernst genommen – Erst wenn es zu spät ist, reagiert die Polizei.
87 – Femizide werden als „Familiendramen“ verharmlost – Anstatt sie als das zu benennen, was sie sind: Mord an Frauen, weil sie Frauen sind.
88 – Häusliche Gewalt wird heruntergespielt – Viele Frauen bleiben aus Angst oder finanzieller Abhängigkeit.
89 – Männer „verlieren die Kontrolle“, Frauen „sind selbst schuld“ – Täter werden entschuldigt, Opfer beschuldigt.
90 – Gesetze schützen Frauen oft nur auf dem Papier – In der Realität werden sie kaum durchgesetzt.
91–100: Medien, Märchen und Popkultur
91 – Prinzessinnen müssen gerettet werden – Prinzen retten sich selbst – Frauen lernen früh, dass sie auf Männer angewiesen sind.
92 – Frauen sind oft nur „die Freundin“ im Film – Ihre Geschichten drehen sich um Männer.
93 – Männer dürfen vielseitig sein – Frauen müssen „liebenswert“ bleiben – Antihelden gibt es für Männer, nicht für Frauen.
94 – Frauen mit Macht sind oft „böse Hexen“ – Selbst in Märchen wird weibliche Stärke verteufelt.
95 – In Büchern werden Männer komplexer beschrieben als Frauen – Sie sind mehr als nur „die Liebe des Helden“.
96 – Frauen werden in der Werbung infantilisiert – Niedlich, verspielt, schwach – während Männer „männlich“ sein dürfen.
97 – Männer haben „Interessen“, Frauen haben „Hobbys“ – Frauen werden als weniger ernsthaft dargestellt.
98 – Selbst in Kinderfilmen gibt es oft mehr männliche als weibliche Charaktere – Jungen sollen sich mit Helden identifizieren, Mädchen mit Prinzessinnen.
99 – Frauen in der Politik werden nach ihrem Aussehen beurteilt – Männer nach ihrer Kompetenz.
100 – Das Patriarchat verkauft uns all diese Lügen – und nennt es „Realität“ – Doch wir beginnen, es zu durchschauen.
Die Rückkehr der Hexen – Warum weise Frauen gebraucht werden
Hexen waren nie das, was die Kirche aus ihnen gemacht hat. Sie waren weise Frauen, Heilerinnen, Visionärinnen. Sie waren die, die sich nicht beugen ließen. Die, die ihr Wissen überlieferten, trotz aller Verbote. Die, die eine Verbindung zu sich selbst und zur Welt hatten, die das Patriarchat zerstören wollte.
Heute braucht die Welt Hexen mehr denn je. Frauen, die sich erinnern. Frauen, die nicht mehr schweigen. Frauen, die das Netz aus Manipulation und Lügen erkennen – und es zerreißen.
Wie wir das Patriarchat beenden
1. Erkenne die Muster. Sobald du sie siehst, kannst du sie nicht mehr übersehen.
2. Setze Grenzen. Dein Nein ist mächtig.
3. Fordere dein Recht auf Raum. Sei laut, sei sichtbar, sei unbequem.
4. Unterstütze andere Frauen. Gemeinsam sind wir unaufhaltsam.
5. Nutze deine Wut. Sie ist dein Feuer, nicht deine Schwäche.
6. Löse dich von der Idee, gefallen zu müssen. Dein Wert liegt nicht in deinem Aussehen oder deiner Anpassungsfähigkeit.
7. Baue eine neue Realität. Eine Welt, die Frauen nicht erträgt, sondern ehrt.
Das Netz reißt nicht von selbst. Doch wenn Frauen sich erinnern, wenn sie ihre Stimmen erheben, wenn sie sich nicht mehr fügen – dann geschieht Magie.
Für alle, die jetzt denken: „Aber nicht jeder Mann …“ oder „Mir ist das noch nie passiert …“
Es wird Stimmen geben, die sich angegriffen fühlen. Männer, die sagen: „Aber nicht jeder Mann ist so!“ Und Frauen, die sagen: „Mir ist das noch nie passiert …“
Lass uns darüber sprechen.
1. „Aber nicht jeder Mann …“
Ja, natürlich nicht. Nicht jeder einzelne Mann ist das Problem – aber das System, in dem alle Männer aufgewachsen sind, ist es.
Das Patriarchat ist kein einzelner Täter. Es ist eine Struktur. Ein Netz, das Frauen seit Jahrhunderten klein hält – und das, ob bewusst oder unbewusst, von vielen Männern gestützt, genährt oder zumindest ignoriert wird.
Wenn du als Mann das Bedürfnis hast, dich zu verteidigen, anstatt zuzuhören – frag dich warum. Wenn du selbst keiner der Männer bist, die Frauen unterdrücken, dann bist du trotzdem in einem System groß geworden, das dir Privilegien gibt, die Frauen nicht haben. Das bedeutet nicht, dass du „schuldig“ bist – aber es bedeutet, dass du eine Wahl hast: Willst du das System hinterfragen oder es schützen?
Ein wirklich guter Mann wird nicht sagen „Aber ich nicht!“, sondern „Ich höre zu. Ich reflektiere. Ich frage mich, was ich tun kann, um das zu ändern.“
2. „Mir ist das noch nie passiert – also kann es nicht so schlimm sein.“
Es ist wunderbar, wenn du als Frau nicht mit diesen Dingen konfrontiert wurdest. Doch das bedeutet nicht, dass sie nicht existieren.
Stell dir vor, jemand sagt: „Ich war noch nie von einem Feuer betroffen – also gibt es kein Problem mit Bränden.“ Das wäre absurd, oder? Nur weil du selbst eine Erfahrung nicht gemacht hast, heißt das nicht, dass sie nicht real ist.
Viele Frauen haben gelernt, sich so sehr anzupassen, dass sie gar nicht mehr merken, dass sie sich einschränken. Sie planen automatisch ihre Wege so, dass sie sicher sind. Sie setzen sich unbewusst weniger durch, um nicht „schwierig“ zu wirken. Sie nehmen es hin, dass sie weniger verdienen, weil „das halt so ist“.
Wenn du dich in dieser Beschreibung wiederfindest – dann lade ich dich ein, noch tiefer zu graben. Was hast du als „normal“ akzeptiert, was eigentlich nicht normal sein sollte?
Und wenn du tatsächlich noch nie Unterdrückung erlebt hast – dann nutze deine Stimme für diejenigen, die es haben. Denn das ist wahre Schwesternschaft.
Ein letztes Wort an alle, die sich jetzt unwohl fühlen
Unbehagen ist ein Zeichen dafür, dass etwas in Bewegung kommt. Dass sich etwas in dir rührt.
Wenn du als Mann das Gefühl hast, dass hier Männer ungerecht behandelt werden – dann frage dich, warum du mehr Empathie für Männer empfindest, die kritisiert werden, als für Frauen, die jahrhundertelang unterdrückt wurden.
Wenn du als Frau denkst, dass du keine Probleme mit dem Patriarchat hattest – dann frage dich, ob du wirklich frei bist oder ob du einfach nur gelernt hast, in diesem System zu überleben.
Wirkliche Veränderung beginnt dort, wo wir aufhören, uns zu verteidigen – und anfangen, hinzusehen.
¹ Es gibt dokumentierte Fälle, in denen Frauen, die sich gegen Angreifer verteidigt haben, strafrechtlich verfolgt wurden. Ein bekanntes Beispiel ist der Fall von Eva Analía de Jesús, genannt „Higui“, in Argentinien. Im Oktober 2016 wehrte sie sich gegen eine Gruppenvergewaltigung und tötete dabei einen ihrer Angreifer. Daraufhin wurde sie verhaftet und verbrachte mehr als sieben Monate in Untersuchungshaft, bevor sie schließlich freigesprochen wurde. (Quelle)
In Deutschland ist das Notwehrrecht im Strafgesetzbuch (§ 32 StGB) verankert. Es erlaubt die Verteidigung gegen einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff. Allerdings kann die Überschreitung der Notwehr, der sogenannte Notwehrexzess, zu strafrechtlichen Konsequenzen führen. In solchen Fällen wird geprüft, ob die angewendete Gewalt verhältnismäßig war. (Link)
Es ist wichtig zu betonen, dass die rechtliche Bewertung von Selbstverteidigungshandlungen komplex ist und vom jeweiligen Einzelfall abhängt. Frauen, die sich verteidigen, sollten sich der rechtlichen Rahmenbedingungen bewusst sein und im Zweifel rechtlichen Beistand suchen.